Grußwort

Frankfurter Goethe Festwoche 2016

International ist die 6. Frankfurter Goethe Festwoche gleich in mehrfacher Hinsicht. Zum einen wird die internationale Rezeption Goethes beleuchtet, zum anderen sein Interesse an und seine Beschäftigung mit verschiedenen Kulturkreisen und Sprachen. In der von Goethe herausgegebenen Zeitschrift „Über Kunst und Altertum“, die von 1816 bis 1832 erschien, verdeutlichte der Dichter sein Verständnis von Weltliteratur. Die Überzeugung, die Dichtkunst sei eine „Welt- und Völkergabe“, bereitet den Weg unseres interkulturell geprägten Kulturverständnisses. Unter dem Titel „Von den ‚Rhein und Mayn Gegenden‘ zur Weltliteratur“ stellt das Frankfurter Goethe-Haus eben diese Zeitschrift in einer Ausstellung vor und zeigt, welche transkulturellen Fragen den späten Goethe zu Literatur und Sprachen umtrieben.

Rezipiert wird Goethe international auch von Regisseuren. Unter anderem werden in der Goethe Festwoche 2016 zwei Inszenierungen von Goethes „Iphigenie“ einander gegenübergestellt: Das Schauspiel Frankfurt erzählt unter der Regie von Ersan Mondtag eine blutrünstige Familiengeschichte, während sich das Theater Willy Praml dem Gedanken der Humanität widmet. Das Deutsche Filmmuseum zeigt zwei sehr unterschiedliche französischsprachige „Werther“-Adaptionen, zudem eine russische „Faust“-Verfilmung. Weitere Aufführungen, Podiumsgespräche, musikalische Beiträge und Vorträge von und in Partnerinstitutionen wie Frankfurter Goethe-Haus, Haus am Dom, Hindemith Kabinett im Kuhhirtenturm, Instituto Cervantes, Romanfabrik und studioNAXOS, begleitet von einem breit aufgestellten Sende- und Sonderprogramm von hr2-kultur, greifen den Facettenreichtum von Goethes Internationalität auf.

Allen Mitveranstaltern danke ich für ihr großes Engagement und lade herzlich dazu ein, die Vielseitigkeit Goethes zu erkunden und neu zu entdecken.

Dr. Ina Hartwig
Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt am Main